FejdTrotz der Tatsache dass das schwedische Wort “fejd” der deutschen Fehde, dem Streit, gleichkommt, ist die Qualität dieser nordischen Folkmusik unstrittig gut! Nur unweit nördlich Göteborgs liegt die Heimat von diesen “Streithähnen” um die Brüder Rimmerfors. Dabei sind Fejds Absichten durchaus friedlicher Natur:
Ein Becher Wein in guter Gesellschaft, ein paar Worte über “en tid som var”, einer Zeit die mal war… und nach dem andächtigen Blick ins Feuer vielleicht ein Tänzchen – das sind Fejd aus Lilla Edet.

Jede einzelne der bisher erschienenen drei Demo-CDs zeichnet sich durch diese typischen Stimmungsgegensätze traditioneller Musik aus. Erstaunlich ist hierbei nicht nur die musikalische Ausgeglichenheit, die Fejd trotz der vielen Gegensätze aufrecht erhalten, sondern auch die sehr professionelle, organische Produktion aller EPs. Gerade unter Kopfhörern ist ein Abtauchen ins fölkische Schweden garantiert…

…Dafür sorgt auch die hohe Musikalität Fejds. So steckt dieser Folk nicht nur voller traditionsreicher nordischer Instrumente (Nickelharpa, Maultrommel, Bouzouki, Hurdy Gurdy, schwedischer Dudelsack etc.), sondern hat auch viel damit auszudrücken: Akustikgitarrensoli träffar besinnlich-minimalistische Ohrwurmmelodien träffar verspieltes Alle-Beisammen-Musizieren, und oftmals brechen die Strukturen aus der typisch einfachen Strophe-Refrain-Liedelei aus und bahnen sich allein ihren Weg durch schwedische Wälder. Und dort klingt einer, als wäre er lange draußen gewesen, hätte viel kalte Luft eingeatmet: Patrik Rimmerfors ist nicht nur für die meisten Folkinstrumente verantwortlich, er übernimmt auch den Löwenanteil des äußerst angenehmen Gesangs: leicht angerauht, leicht gerollt, mal melodisch trancierend, mal feucht-fröhlich und tanzbar feiernd, doch immer mit diesem sehnsüchtig-stolzen Unterton…

Eld (2002) Huldran (2004) I en tid som var (2006)
Fejd - Eld (2006) Fejd - Huldran (2004) Fejd - In en tid som var (2002)



So ganz traditionell geht man jedoch nicht zu Werke: Die Handhabung der Drums verleugnet die ursprüngliche Metalherkunft nicht. Keyboarder Lennart Specht sowie das Rhythmusduo Thomas Antonsson (Bass) und Esko Salow (Drums) entstammen der Metalband Pathos. Letztere haben außerdem ihre metallischen Wurzeln in Form von Nostradameus, die Power Metallern ein Begriff sein könnten. So kann man Fejd im Endeffekt vielleicht “Swedish Folk Rock” nennen…

Fejd liveWobei man sagen muss, dass “Huldran”, mein persönlicher Favorit vor allem mit der Hexenverfolgungs-Elegie “Bed för din själ”, klar die am spirituellsten klingende Demo mit vielen kleinen Geheimnissen ist, der älteste Output “I en tid som var” zeugt hingegen deutlich von der metallischen Vergangenheit der Protagonisten, vor allem was die Drums angeht, deren Rhythmen mich häufig auch an die Landsmänner und -frau von Garmarna denken lassen…

Doch das Beste daran: Es kostet nicht einmal was, denn diese drei Demos stehen in aller Vollständigkeit inklusive der schwedischen und neuerdings auch ins Englische übersetzten Lyrics zum Download bereit. Wagt einen Blick auf die liebevoll gestaltete Heimseite… und wenn es gefällt, dann verdammt nochmal kauft die “Huldran”-EP für läppische 7 Euronen inklusive Versand. Die Frage ist nur, ob jemals jemand auf meine E-Mail-Anfrage antworten wird… Ist der versuchte Erwerb einer solchen CD nicht von Erfolg gekrönt, so sollte man im Hinterkopf behalten, dass Fejd im September letzten Jahres drei neue Songs für ihr Debütalbum audfgenommen haben und sich nun damit auf Labelsuche machen. Möge jene glücken, diese Folker haben’s verdient!

www.fejd.se

Oder eben so:
www.myspace.com/fejd