Kurz nach dem Ende Oasis schickten sich Kasabian an, in diese überdimensionierten Fußstapfen der Britpop-Legenden zu treten. Ihr Drittlingswerk „West Ryder Pauper Lunatic Asylum“ hatte dafür gut vorgelegt und die Briten endgültig in unzählige Playlists katapultiert. Daher war es am Samstagabend auch wenig überraschend, dass die Berliner Columbiahalle so gut wie ausverkauft war. Allerdings konnte davon die Vorband Pulled Apart By Horses nicht so richtig profitieren und mussten so Alternative Rocker ihr Kurzprogramm nur vor der halbleeren Halle abspulen.

Nachdem in der knapp 30-minütigen Pause vielerorts – aus welchen Gründen auch immer – die Becher geflogen waren, bekamen die Ungeduldigen endlich 21:15 Uhr ihren Willen und Kasabian schlenderten auf die Bühne, um mit „bumblebeee“ und „Shoot the Runner“ direkt loszulegen und mit „Underdog“ den ersten Hit abzufeuern. Im übermütigen Licht- und Lasergewitter spielte das Quartett, dass live noch durch einen Trompeter, Keyboarder und zusätzlichen Gitarristen unterstützt wird, routiniert seine Setlist zur „48:13“-Tour, mixte alte und neue Hits wie „eez-eh“, „Club Foot“ oder „Fire“ und streute hier und da einen Spruch ein. Im Mittelpunkt standen dabei wie immer Gitarrist Sergio Pizzorno und Sänger Tom Meighan, die die knapp 3500 Fans dirigierten, indem sie aktiv zum Mitmachen aufforderten oder wenig kreative „uhhhhh“- und „ahhhhh“-Laute abverlangten. Eigentlich sehen sich die Jungs aus Leicester gerne in der Rolle der selbstbewussten, unnahbaren und coolen Rockstars, doch wirkte das am Samstag eher arrogant, konturlos und wie das Abspulen eines gut studierten Programms.

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So ganz verschwand damit die Unruhe aus der Pause dennoch nicht und wurde abseits der vorderen, feierwütigen Reihen und der tanzenden Massen auf der Empore von einer Stimmung wie in einer Großraumdisko beherrscht. Kasabian bekamen davon auf der Bühne nichts mit und feierten während des 90-Minuten-Sets vor allem sich selbst. Der letzte Paukenschlag folgte mit einem Cover von Fatboy Slims „Praise You“, inklusive theatralischen Verneigungen der Band vor dem Publikum, und gipfelte letztlich in „L.S.F“. Allerdings reichen solche Posen, große Lichteffekte, lauter Sound und der verstärkte Fokus auf elektronische Beats statt Gitarren noch lange nicht aus, um die großen Oasis zu beerben …

Setlist: http://www.setlist.fm/setlist/kasabian/2014/columbiahalle-berlin-germany-2bcc3cfa.html

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