Iroha : Shepherds & Angels album cover

Iroha : Shepherds & Angels (VÖ: 07.12.2012)

Auch spät im Jahr können sich nochmal richtige Perlen offenbaren. Perlen, bei denen man erstmal nicht weiß, in welche Schatulle man sie stecken soll. Facettenreich leuchtende, runde Dinger, die man immer wieder in die Hand nehmen muss und mit ihnen in verschiedenstem Licht spielt. Am Ende legt man sie in gar keine Schatulle und das ist auch gut so. IROHAs “Shepherds & Angels” ist eine solche Perle. In die Doom Metal-Schatulle? Keineswegs. Diese Perle rollt zwar eher gemächlich dahin, aber es haftet keinerlei Klischee an ihr. Sie ist frei jedweder Szene-Konformitäten. Sie schillert sogar ziemlich fröhlich vor sich hin, beinahe poppig-leicht singt “Shepherds & Angels” lebensbejahende, eingängige Melodien, zum anderen ist diese Perle auch schwer, mächtig schwer: Heruntergestimmte Gitarren, meist mindestens drei an der Zahl, schnabretzeln den Sound ehrfurchtsgebietend in Richtung “Heavy Pop”, haha. Heavy Pop? Das ist nun keine Schatulle, wo man dieses vorzügliche Werk einfach hineintut, es abtut. Nein, es ist genauso wie das auch recht passende Wort “shoegaze” eine Markierung am Wegesrand, wo “Shepherds & Angels” wahlweise erdverbunden drüberwegrollt oder engelsgleich mit einem eleganten Flügelschlag streift. Ja, hier findet man beides vereint: Erdigkeit und Eleganz, Nähe und Distanz. Für Nähe spricht der überaus fette, sehr präsente Gesamtsound der Platte, Distanz entsteht einmal mehr durch die dezent in den Hintergrund gemischte, leicht effektbeladene und ruhige Stimme von Andy Swan. Ein Hang zu elektronischer Musik ist ebenfalls mit einem Hauch zu spüren.

Eine der sieben Facetten dieser Perle herauszugreifen ist sinnlos. Von daher leg ich hier einfach mal den Bandcamp-Stream ab und verweise auf die hübsche LP-Ausgabe des wunderbaren Labels Denovali Records. Fans von 40 WATT SUN oder JESU sollten hier unbedingt von vorn bis hinten durchlaufen lassen.

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