INVSN @ Studio 672, Köln | 10.09.2014

INVSN

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Dennis Lyxzén, Musiker, Tänzer, Schriftsteller, Label- und Clubinhaber (Ny Våg). Als Kopf der Hardcore-Punk Band Refused schon zu so etwas wie einer Legende avanciert, sind Lyxzéns musikalische Interessen seit jeher gerne genre-übergreifend. Neben weiteren Projekten mit Hardcoreeinschlag und der nicht minder begeisternden The (International) Noise Conspiracy, wandte er sich parallel zur Auflösung von Refused eher melodischeren Klängen zu: The Lost Patrol Band war geboren und durchlief bis zum heutigen Tag einige namentliche und soundtechnische Metamorphosen. Im Mai diesen Jahres erschien dann das erste Album von INVSN. Eine kleine Offenbarung ist dieses Werk. Songs mit einem großartig umgesetzten 80er-Einschlag, zahlreichen Verknüpfungen zu Ikonen wie The Cure, The Fields Of  The Nephilim, Joy Division, The Ramones oder auch den Sisters Of Mercy. Soviele Vergleiche und doch schaffen es INVSN diesen Sound auf einem sehr hohen Niveau in die Gegenwart zu spielen. Hinzu kommt, dass Dennis Lyxzén neben dem altbekannten Geschrei auch ziemlich passabel singen kann.

Wie sich seine neue Formation live schlägt, konnte bereits bei einigen Konzerten beobachtet werden. Der Termin im Kölner Studio 672 war einer der letzten in diesem Jahr. Kleiner Club, niedrige Decken, kleine Bühne – hier ist alles winzig und ein bisschen alt. Daher allerdings auch reich an Intimität. Erste Zweifel kommen jedoch auf: reicht der Platz für Lyxzéns ausufernde Tanzakrobatik ? Kurze Zeit später kann diese Frage definitiv mit “ja!” beantwortet werden. INVSN betreten die Bühne und reißen alles um sich herum mit. Der Funke muss nicht überspringen, das Publikum hat bereits nach dem Intro Feuer gefangen. Eine gute Stunde lang spielen sich die Sechs aus  Umeå durch ihr selbstbetiteltes Debütalbum, das – man kann es nicht anders sagen – ausschließlich aus Hits besteht. Ob “God Has Left Us Stranded”, “Västerbotten” oder “Down In The Shadows” – alles groovt, alles tanzt oder nickt wenigstens im Takt. Dazu ein Dennis Lyxzén in Hochform, der selbst auf begrenztem Raum immer noch genug Platz findet, um zu tanzen, zu springen oder auf dem Boden zusammenzusinken. Während des spukig hallenden “Our Past” wird mal eben auf den Bartresen geklettert, kurz darauf wieder der Platz neben seinem weiblichen Gesangspendant und Bassistin Sara Almgren eingenommen.

Man kommt nicht umhin zu bemerken, dass alle Anwesenden gerade eine richtig gute Zeit haben. Und das liegt nicht nur an den exzellenten Livequalitäten der Schweden oder dem umwerfenden Songmaterial. Vielmehr vibriert die stickige Luft vor flammender Sympathie. Das Publikum wird einbezogen und der Abend damit zur Gänze abgerundet. Kurze Anekdoten hallen durch den Kellerclub. Über das Leben an sich, das Leben als Musiker (das Lyxzén um nichts in der Welt gegen etwas anderes eintauschen würde), die obligatorischen politischen Seitenhiebe und die Bitte an seinen Träumen festzuhalten, dafür zu leben. Die personifizierte Leidenschaft, INVSN verströmen sie mit jedem Atemzug. Empfehlung für die verbleibenden Termine in Deutschland: hingehen und sich (sofern nicht schon geschehen) verlieben!

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Tourdaten:
14.09. – Garage, Saarbrücken
17.09. – B72, Wien
19.09. – Privatclub, Berlin