George Ezra – Wanted on Voyage (Review)

George Ezras Debüt "Wanted on Voyage"

George Ezras Debüt “Wanted on Voyage”

Es ist nichts Neues mehr, dass in regelmäßigen Abständen junge Musiker mit Gitarre als das nächste große Singer/Songwriter-Wunderkind angepriesen werden. So schnell wie die Poster wieder an den Straßenecken überklebt werden, so fix geraten die angeblich aufstrebenden Neu-Stars in Vergessenheit. Nicht zuletzt stellt sich nicht selten auch die große Frage, ob das derzeit auch im Mainstream so beliebte Genre überhaupt noch neue Emporkömmlinge benötigt. Im Falle von George Ezra fällt die Antwort deutlich mit einem „Ja, natürlich!“ aus. Denn der Engländer hat mit „Wanted on Voyage“ genau die kleine Songwriter-Ecke ausgelotet, die noch Kreativraum lässt und vor allem neue Deko gebrauchen kann. Dabei waren die Erwartungen an den 21-Jährigen nicht zuletzt aufgrund seiner umjubelten EPs „Did You Hear The Rain“ vom November letzten Jahres sowie die im April erschienene „Cassy O‘“ ziemlich hochgesteckt. Den wohl größten Anteil hat jedoch der Titel „Budapest“, der zurzeit nur so über alle Kanäle flackert und flächendeckend für einen Ohrwurm sorgt.

Mit seiner kantigen, tiefen Stimme Ezra vor sich hin und braucht nur seine Gitarre, um Songs wie die bluesige Ballade „Barcelona“ oder die Wanderlust-Nummer „Blind Man in Amsterdam“ noch groovigen Nachdruck zu verleihen. Der junge Ezra ist aber nicht nur der chillige Typ, mit dem man sich ans Lagerfeuer an einem Strand setzt. Er hat auch eine nachdenkliche, dramatische Seite an sich, wie „Did You Hear The Rain?“ oder auch „Spectacular Rival“ beweisen. Etwas gewöhnungsbedürftig, aber für das Reise-Thema des Debütalbums durchaus passend und auflockernd ist dabei „Stand By Your Gun“, auf das Prince in seinen besten Jahren stolz gewesen wäre.

Sicherlich bieten nicht alle der immerhin 16 Songs auf „Wanted on Voyage“ derartiges Hit-Potenzial wie „Budapest“. Doch beherrscht der junge George Ezra es in bester Singer/Songwriter-Manier den Hörer in seinen Bann zu ziehen und ihn auf seine kleine Städtereise durch Europa mitzunehmen. Das gelingt ihm mit einer wunderbar abwechslungsreichen, substantiellen Leichtigkeit, dass man am liebsten seinen Koffer packen will, um den nächsten Flieger zu nehmen … vielleicht ja nach Budapest.

George Ezra im Internet:
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http://www.youtube.com/watch?v=snG1ecgUEiI