Eliot Sumner ist zurück. 2011 gab sie mit zarten 20 Jahren ein erstes Lebenszeichen von sich, ohne all zu sehr an die große Glocke zu hängen, dass sie die Tochter von Gordon Sumner alias Sting ist. I Blame Coco – in Anlehnung an ihren Kosenamen „Coco“ – hieß ihr Debütalbum-Projekt, das sie nun hinter sich gelassen hat. Die Zeit ist reif für etwas Neues: Eliot Sumner. Vor kurzem veröffentlichte sie die drei Songs umfassende EP „Information“. Ein Album soll Anfang 2015 folgen.

Der Vorteil die Tochter eines Mannes zu sein, der es zu Weltruhm gebracht hat, ist, dass die Menschen bereit sind hinzuhören. Der Nachteil sind ewig andauernde Vergleiche – Sumner sieht ihrem Vater obendrauf noch wie aus dem Gesicht geschnitten aus, und auch ihr liebstes Instrument ist die Bassgitarre.

Man könnte nun glauben die junge Künstlerin ist einem gehörigem Druck ausgesetzt, allerdings wirkt sie als beeindrucke sie der Trubel um ihre Person nicht im geringsten. Als sie vor ein paar Tagen im Grünen Salon in Berlin auf die Bühne einen ersten 45-minütigen Vorgeschmack auf ihr neues Studioalbum gab, zeigte sie sich von ihrer lässigsten Seite. Sie wirkt jungenhaft schmächtig, schluffig, ihr übergroßes verblichenes Kenny G-Saxofonisten-Shirt stammt aus einem Kleiderschrank der Früh-Neunziger, ihr Bass hat bereits ein bewegtes Leben hinter sich. Sumner ist beileibe kein Glamour-Girl, das sich an aktuellen Trends orientiert, und genau das gefällt. Sie lässt sich von vielfältigen Einflüssen der Pop- und Rockgeschichte inspirieren, bohrt aber stellenweise derart tief, dass man selbst Krautrock-Sounds in ihren Songs wieder findet.

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Allgemein wirken ihre neuen Stücke bodenständiger, gereifter. Mehr Groove, minimal weniger Elektronik. Auch wenn Eliot Sumner offensichtlich musikalisch geprägt ist, dreht sie herrlich ihr eigenes Ding. Überraschenderweise zeigte sie sich während ihrer Show von ihrer zurückhaltenden Seite. Erst bei ihrem letzten Song, den die Fans noch von ihrem Debüt “The Constant” kennen, dreht sie so richtig auf, wirkt vollkommen entspannt und befreit. Aber wer wäre vor der Uraufführung seiner neuen Stücke nicht nervös, wenn das Publikum doch so eine hohe Erwartung hat. Irgendwie ja doch.

Eliot Sumner im Internet
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